Sonderpreise für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren

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Sonderpreis für das schönste Lied und die beste Komposition

Chloé Weber, 11 Jahre, und Nathan Weber, 9 Jahre, aus Seebach/Elsass
Chloé Weber, 11 Jahre, und Nathan Weber, 9 Jahre, aus Seebach/Elsass
Chloé und Nathan Weber
Chloé und Nathan Weber

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Sonderpreis für besonders bildhafte Sprache

Janina Franke, 13 Jahre, Waldorfschule Offenburg
Janina Franke, 13 Jahre, Waldorfschule Offenburg

Ein Traum, der zum Himmel führt

Kira ist 12 Jahre alt. Sie lebt in Mannheim und geht auf eine Schule in einer etwas kleineren Stadt in der Nähe. Kira hat dunkelbraune, lockige Haare, die immer etwas nach Wiese riechen, da sich Kira oft mit ihrem Hund Dolly auf der Wiese neben ihrem bunt gestrichenen Gartenhäuschen herumrollt.

Doch gestern war alles anders. Denn ihre Oma ist gestorben. Oma Gina war ihre letzte Oma, denn vor drei Jahren ist Kiras andere Oma ebenfalls gestorben. Letztes Mal und auch dieses Mal wieder haben ihre Eltern versucht, sie zu trösten, indem sie ihr sagten, dass sie nur in der Nacht in den  Himmel schauen müsste. Dann würde sie einen neuen Stern sehen, der ihr zuzwinkert. Das sei dann Oma. Kira glaubte zwar nicht wirklich dran, doch es half ihr, wenn sie sich das vorstellte.

Doch Kira würde ihre Oma noch so gerne ein letztes Mal sehen, denn als sie sie das letzte Mal gesehen hat, haben sie sich fürchterlich gestritten, nur wegen einer zerbrochenen Vase. Und Kira würde sich so gerne entschuldigen oder wenigstens verabschieden.

Heute war Kira in der Schule ganz und gar abwesend. Jetzt liegt sie auf der Wiese und schaut in den Himmel. Doch noch ist der Himmel zu bewölkt, um Sterne zu sehen. 


Auf einmal kommt ein starker Windstoß, der Kira mit sich reißt und herumwirbelt. Kira schließt die Augen, da sie etwas Höhenangst hat.  Als sie ihre Augen wieder öffnet, steht sie auf etwas Flaumigem, Weichem, Warmem, das wie eine Wolke aussieht. Aber das kann ja gar nicht sein, denn Wolken bestehen ja aus kleinen Wassertropfen und nicht aus Zuckerwatte, wie es Kira früher immer gedacht hatte.

Hier war einfach nichts, wie Kira verzweifelt nach Stunden Fußmarsch feststellen musste. Kira ließ sich erschöpft auf den Boden fallen. Sie fühlte sich wie in einem Labyrinth, nur ohne Ausgang. Kira probierte, ob das, das sie für eine Wolke hielt, nach irgendetwas schmeckte, und es schmeckte tatsächlich nach Zuckerwatte, nur etwas weniger süß. Auf einmal kam Kira ein Geistesblitz. Sie träumte das alles nur. Doch es war alles so real, deshalb war sich Kira unsicher.

Kira wollte nochmals versuchen, jemanden zu finden. Doch nach wenigen Metern fiel sie durch die flaumige Wolkendecke und fiel immer tiefer und tiefer. Unter sich sah sie viele Wolken, doch immer, wenn sie versuchte, auf einer zu landen, fiel sie hindurch. Das Fallen schien kein Ende zu haben, doch sie landete weich auf einer Wolke. Kira rappelte sich auf und lief los.

Wieder lief sie lange. Wie lange, wusste sie nicht, doch sie wusste, dass es bestimmt mehrere Stunden gewesen sein mussten. Wieder fiel sie durch die Wolkendecke und wieder landete sie weich und wieder rappelte sie sich auf. Das wiederholte sich so oft, dass sich Kira irgendwann nicht mehr auf den Beinen halten konnte und sie fiel um. Sie war ohnmächtig oder schlief, das wusste sie nicht.

Als sie ihre Augen wieder öffnete, lag sie in einer Hütte. Doch niemand war da. Also stand sie auf und schaute aus dem kleinen runden Fenster, das helles Licht in die Hütte brachte. Kira sah die Erde, die ruhig und still in der Ferne lag. Dennoch war Kira so nah dran, dass sie ihr eigenes buntes Gartenhäuschen und die Wiese sehen konnte. Aber was sie fast zu Tode erschreckte, war sie selbst, die reglos auf der Wiese lag. War sie etwa tot? Oder schlief sie doch nur? Oder…?

„Hallo, Kira, mein Schätzchen“, riss sie eine Stimme aus den Gedanken. Kira kannte diese Stimme. Es war die Stimme ihrer Oma. Kira brachte kein Wort hervor.

Doch offensichtlich hatte Kiras Oma ihre Frage gesehen, denn sie sagte: „Kira, du musst dich nicht fürchten. Du bist noch am Leben.“

„A-a-also schlafe ich?“, brachte Kira hervor.

Doch ihre Oma antwortete ihr nicht, sondern entschuldigte sich für den Streit und Kira entschuldigte sich ebenfalls. Kira und ihre Oma sprachen sich aus, und als Kira die Frage stellte, wie sie wieder nach Hause käme, lag sie auf einmal wieder auf der Wiese neben ihrem bunt gestrichenen Gartenhaus.

Kira war alles sehr real vorgekommen. Und am nächsten Tag bei der Beerdigung erinnerte sie sich an einen Satz, den ihr ihre Oma im Himmel gesagt hat: „Der Körper ist nur eine Hülle. Er ist auf der Erde brauchbar, im Himmel lassen wir ihn zurück“.

Kira wusste jetzt, immer, wenn sie in die Wolken schaute, dass ihre Oma immer bei ihr ist.  

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Sonderpreis für Wortvielfalt und Bildhaftigkeit

Annika Weigl, 13 Jahre, Grimmelshausen Gymnnasium Offenburg
Annika Weigl, 13 Jahre, Grimmelshausen Gymnnasium Offenburg

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