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Helga Eberle

Autobiographisches

Meine Eltern in Oberkirch

Im eigenen Haus in der Mozartstraße waren meine Eltern glücklich. Mutter war hier daheim, hatte hier Brüder, Schwägerinnen und deren Kinder, aber auch einen großen Bekanntenkreis. Sie war in der AWO und ging zur Gymnastik. Vater hörte seine Klassiker, züchtete Kakteen und wurde ein Sonntagsmaler. Gelegentlich wurde mit einem Freund Schach gespielt.

Die goldene Hochzeit wurde im Pfauen gefeiert (noch habe ich die Speisekarte). Vater flüsterte mir zu: "Das ist mein letztes Fest". Er, der Positive, wusste Bescheid. Sein mehrjähriger Blasenkrebs machte zu schaffen. Dank gebührt Herrn Dr. Rüdel, der meine Eltern fast wöchentlich besuchte.

Die Idylle in Oberkirch nahm in meinem Beisein ein Ende. 1986, fuhr ich oft zweimal nach Oberkirch, nach Dienstende (19 Uhr), um Mutter zu unterstützen. An diesem Abend erhielt Vater einen Herzinfarkt und verstarb am nächsten Morgen in meinen Armen. Die Trauerfeier war in Oberkirch. Doch als Urfreiburger wollte Vater dort begraben sein.

So hatte Mutter in Oberkirch nicht mal mehr ein Grab, welches sie besuchen konnte. Danach war es für sie kein Leben mehr allein im Haus. Ich holte sie immer wieder zu mir nach Krozingen, doch sie wollte bald wieder heim. Dann blieb ich auch ab und zu zwei Tage bei ihr. Es war deutlich zu sehen, dass es körperlich bei ihr bergab ging. Dann ein totaler Zusammenbruch mit Magenblutung im Stadtgarten in Oberkirch.

Nach der Krankenhausbehandlung sollte sie in ein Pflegeheim "Oppenau auf der Höhe" verlegt werden. Mutter wohnte schon seit 1987 im Seniorenwohnheim am Stadtgarten, doch das Pflegeheim in O. war belegt. Die Entscheidung fiel leicht: Mutter kam zu mir.

Sie hatte jedoch immer wieder Heimweh nach Oberkirch. Ein Schmerz, der an mir nicht vorbei ging. Mutter war ja eine Oberkircherin, doch sie brauchte fürsorgliche Behandlung.

Im November 1998 verstarb meine Mutter bei mir in Bad Krozingen, nachdem ich sie ein Jahr  noch pflegen durfte. In dieser Zeit kamen wir uns so nah wie nie zuvor und hatten zusammen dadurch noch schöne Stunden, die ich nicht missen wollte.

 

 

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Persönliches

 

Helga Eberle wurde 1934 in Freiburg geboren, wuchs aber zeitweilig in Oberkirch auf, da ihre Eltern und Großfamilie aus Oberkirch, Freiburg und Straßburg stammten.

Heute lebt die Autorin in Bad Krotzingen, blieb aber zeitlebens Oberkirch eng verbunden. 

Helga Eberle absolvierte eine Ausbildung zur Kontoristin. Sie leitete u. a. die Niederlassung eines Schweizer Verlags, engagierte sich als Personalrätin und im Ehrenamt als Ortschaftsrätin. Während des Krieges im ehemaligen Jugoslawien unternahm sie ehrenamtliche Fahrten in Flüchtlingslager, um Lebensmittel und Kleidung zu überbringen.

Als dreifache alleinerziehende Mutter erarbeitete sie für ihre Familie ein Haus auf dem Land.

 

Helga Eberle ist Ehrenmitglied im Autorennetzwerk Ortenau-Elsass

 

Künstlerischer Werdegang

 

Helga Eberle über sich selbst: 

Als Kind gab es zu meiner Zeit noch kein Fernsehen und digitale Spiele, überhaupt fast keine Spielsachen. Doch meine Mutter holte jede Woche eine große Tasche gefüllt mit Büchern aus der Bibliothek. Ich wurde eine Leseratte. Mit 9 Jahren hatte ich die Masern und bekam "Ein Kampf um Rom" von Felix Dahn. Ich las ihn zweimal.

Mit 10 Jahren schrieb ich die ersten Gedichte (ein Erbstück von Opa Becherer aus Oberkirch).

Im Beruf: Für "Personalrat aktuell" oder über die Aktivitäten in Bosnien einen Bericht  zu formulieren, war für mich Routine.

Seit WS 2007/08 bin ich an der Pädagogischen Hochschule Freiburg im Seniorenstudium: Journalistik und Biografisches Schreiben.

Ab SS 2009 Zusatzstudium SchreibberaterIN mit Zertifikat-Abschluss.

 

Veröffentlichungen

 

2009  Leben zwischen zwei Welten, Novum Verlag

2012 Feuerblumen in Arkansas, Rediroma Verlag

2014 Die Hosentaschenfrau, Rediroma Verlag

2014 Recepte Julius Dirr Conditor 1992, Rediroma Verlag

 

 

Die Hosentaschenfrau

Ein biographisch-historischer Roman

Katie und ihre Mutter haben ein gespanntes Verhältnis. Das Mädchen wehrt sich schon früh und will so oft wie möglich weg von daheim. In den Schulferien hat es bei Onkel und Tante Freiheiten, die es zu Hause vermisst. 

Die Kriegszeit mit Fliegeralarm, Bombardierung von Freiburg und danach die Flucht sind ein wichtiges Thema. Nach dem Krieg wieder in Freiburg ist Katie im St. Ursula und dem Euphemia- Heim der Ursulinen in Oberried glücklich, nicht nur, weil sie dort genügend zu essen bekommt. Der weitere Lebensweg lässt das Berufsziel scheitern. Ein neues muss gewählt werden. Es folgen die Jahre der Ausbildung im kaufmännischen Bereich, und die berufliche Tätigkeit in einigen Freiburger Firmen. 

Im Alter von 20 Jahren beginnt ein neuer Lebensabschnitt, der mit Schiffsbruch endet. Doch Katie geht nicht unter. Auch wenn die Wellen hochschlagen, das Leben geht weiter und schreibt dazu noch schöne Geschichten, zum Beispiel: „Die Hosentaschenfrau.“

 


Helga Eberle

Autobiographisches 

Was mich mit Oberkirch verbindet

Mein Großvater Nikolaus Becherer, ein Musikus, und meine Onkel Anton, Rudolf und Eduard, ihre Frauen und Kinder. Sie sind schon lange tot, aber ich durfte sie noch kennen und lieben lernen.

Als Kind war mein einziger Wunsch "Oberkirch". Das war nicht einfach, denn wir hatte damals noch kein Auto. Doch Mutter setzte mich in den Zug, bat Rotkreuzschwestern am Bahnhof, auf mich ein Auge zu haben und ich winkte nur noch fröhlich zurück. Da war ich sechs Jahre alt.

 

Von da an durfte ich zweimal im Jahr nach Oberkirch in die Ferien. Was ich da erlebt habe, wie ich dort glücklich war, alles habe ich niedergeschrieben. Dass Tante Sabine mein Lieblingsessen kochte und sich darüber freute, wenn es mir schmeckte: "Gell, dir schmeckt‘ s?", sagt schon viel über meine Befindlichkeit in Oberkirch.

Wenn ich jetzt in der Josef-Geldreich-Straße bei der Mediathek stehe, sehe ich immer noch das Haus mit dem Kachelofengeschäft unten drin vor mir stehen. Da wohnten Onkel und Tante mit der kleinen Annemarie im zweiten Stockwerk. Nie werde ich vergessen, dass hinter dem Haus ein Garten war und sich daran der Marktplatz anschloss. Hier spielte ich mit der kleinen Annemarie, auf die ich aufpassen sollte. Wir pflückten Kamille für Tee - das ist vorbei. Und der Zirkus ohne Dach? Es war für mich das große Ereignis, wenn er da war. Abends, wenn es dunkel war, die Lichter brannten und auf dem gespannten Seil die Tänzerin und manchmal auch ein Clown ihre Künste zeigten. Vom Küchenfenster schaute ich überglücklich zu und kam ins Träumen voller Abenteuerlust. Kannte ich doch den "Schmiedledick"(1930, Elisabeth Walter).

Onkel Anton, der Buchdrucker bei Sturn war, erklärte mir die Weltsprache Esperanto, denn in Oberkirch gab es damals schon die Möglichkeit, diese zu lernen. "Wenn die ganze Welt nur eine Sprache sprechen würden, gäbe es dann noch Krieg?", so philosophierte Onkel Anton mit mir. Wir hatten vieles gemeinsam.

Einmal, da war der Krieg gerade vorbei, aber es gab fast nichts zu essen, war ich in Gaisbach im Silbernen Sternen. Tante Ida lebte dort mit dem kleinen Hermann. Onkel Eduard, ihr Mann, war in Gefangenschaft. Meine Tante wirtete dort oben und half auch der Frau Baronin. Ich durfte den Kleinen hüten und abends ihr in der Küche helfen, wenn die alten Männer auf einen Umtrunk in die Wirtsstube kamen. Hier bekam ich auf dem "Köpfle" die besten Mirabellen zu essen.

Es gibt unzählige Geschichten von Oberkirch, die alle in mir ruhen und die Verbindung schaffen. Habe ja schließlich noch Cousinen und Vettern hier, mit denen ich mich immer wieder gern treffe.

Ich kann über meinen Schulbesuch 1944 in Oberkirch erzählen und meine Freundschaft mit Lucia Winkler, die ich in der Stadtgartenstraße besuchen durfte. Das sind Erinnerungen, die mich immer wieder nach Oberkirch ziehen

 

Helga Eberle

Autobiographisches 

Was mich mit dem Elsass verbindet

Die Mutter meiner Mutter war eine geborene Ottinée, doch sie verstarb, als meine Mutter 13 Jahre alt war. Ihre einzige Schwester Hanna und sie waren eng verbunden. Über sie habe ich das Buch "Leben zwischen zwei Welten" geschrieben.

 

Über Franziska Ottinée, meine früh verstorbene Großmutter, habe ich noch Beziehung zum Elsass. Sie hatte ja zwei Schwestern und Rosa kannte ich. Sie haben wir in Straßburg einmal besucht. Das bleibt unauslöschlich.

Tante Rosa hat bei uns an der Erstkommunion in Freiburg gekocht und im Bett meines Vaters geschlafen, weil dieses frei war. Eine Geschichte habe ich über Tante Rosa in einer Anthologie vor ein paar Jahren veröffentlicht. Man kann daraus auch meinen Bezug zum Elsass herauslesen.

 

Und ganz nebenbei: Großvater Nikolaus Becherer und seine Frau Franziska Ottinée haben, wie Mutter erzählte, in Straßburg geheiratet, weil Großvater dort Arbeit hatte.



Die letzten Veröffentlichungen


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