September 2019

13.09.  Bücherhotel Bischenberg, Sasbachwalden, 19 Uhr

Dass die amtskirchlich gewollte Ehelosigkeit katholischer Priester nicht mit dem Willen der gesamten Kirchengemeinde übereinstimmt, zeigt unter anderem der sozial hoch engagierte Acherner Autor Klaus Huber. Viele, die von ihren Gemeindemitgliedern geschätzte Priester sind, scheitern an dem amtskirchlichen Anspruch, als Priester den Himmel auf Erden und den Menschen die im Paradies herrschende Glückseligkeit der Ehelosigkeit vorzuleben. Von der Kirchenobrigkeit werden diese gefallenen Engel ihres Amtes enthoben. Von den Gläubigen wird ihr Bleiben oftmals ersehnt. Selbst einst in Jugendjahren Novize in einem Kloster, kennt Klaus Huber die Seelennöte und inneren Kämpfe eines zum Zölibat verpflichteten Menschen aus der Binnensicht. Nachdrücklich setzt er sich seit Jahren dafür ein, auch verheirateten Priestern die Ausübung des Priesteramts zu gestatten. Mit einer bundesweit viral gegangenen Petition verlieh er dieser Forderung Gewicht. Auf dem Bischenberg spricht er über dieses Anliegen und welche Reaktionen darauf erfolgten.

 

Peter Winter, Autor, studierter Philosoph, Dozent und Liedermacher, greift das Thema "Frau und Kirche" in einem schwarzhumorigen Essay auf. 

Der gebürtige Banater Schwabe ist in Lahr zu Hause und für seine satirischen Geschichten und Liedtexte bekannt, mit denen er so subtil ins pralle Leben greift, dass man oft erst nach dem Lachen merkt, worüber man gelacht hat. Auf dem Akkordeon unterlegt der Liedermacher seinen in Text gebannten Impressionen Volkslied- oder Bänkelsangklänge, deren Schnaderhüpfeltakt die Schärfe des Textgehalts karikiert.

Am Freitag auf dem Bischenberg wird Peter Winter aus dem Liederschatz der mittelalterlichen Lumpenlieder vom Karmeliter-Pater Gabriel singen, der einst der schönen Anna eine neue Seel' versprach.

Frauen, Priester, Zölibat oder der Himmel auf Erden

 

Das AutorenNetzwerk Ortenau-Elsass lädt erstmals nach der Sommerpause wieder zu Literatur und Musik auf den Bischenberg ein.

Am Freitag, dem 13. September, geht es dort ab 19 Uhr mit Autorenlesungen, scharfzüngigen Liedern und aus eigenem Erleben Erzähltem um das Thema „Frauen, Priester, Zölibat und Liebe oder der Himmel auf Erden.“ Einlass ist ab 18 Uhr. Der Eintritt kostet 5 Euro pro Person.

 

Mit der studierten Theologin und Psychologin Ursula Neumann aus Oberkirch erzählt und liest eine Frau, deren Leben von diesem Thema bestimmt wurde wie bei kaum einer zweiten. Als junge Studentin verliebte sie sich in den renommierten Tübinger Priester und Kirchenrechtsprofessor Dr. Johannes Neumann, dessen Mut zur sachlich fundierten Kirchenkritik sie ebenso bewunderte wie seine Klugheit und Kraft, für seine zum Teil geradezu revolutionären Überzeugungen einzustehen und deshalb schließlich seine priesterliche Lehrerlaubnis niederzulegen. Erst lange danach bekannte er sich zu Ursula und das Paar heiratete. Dazwischen lagen Jahre der Liebe und Angst, überschattet von Intrigen, Lügen, Verleumdungen, Wegschauen, Schweigen und Verschweigen und dem amtskirchlichen Bild von der Frau als Verführerin priesterlicher Unschuld. Nach dem Tod Johannes Neumanns schrieb sich seine Witwe die Trauer von der Seele, indem sie eine Doppelbiografie veröffentlichte, in der sie schildert, wie der Kirchenrechtsprofessor Vernunft annahm, mit ihr als der Liebe seines Lebens glücklich wurde und starb.

 

 

Karin Jäckel, die Leiterin des AutorenNetzwerks, führt als Moderatorin durch den Abend. Sie steuert Erfahrungen zum Thema bei, die sie als Autorin während der Recherche und nach der Veröffentlichung ihrer Werke über heimliche Geliebte und heimliche Kinder katholischer Priester sowie sexuellen Kindesmissbrauch durch katholische Priester sammelte. 

Außerdem liest sie aus ihrem biographischen Roman über Dr. Gisela Forster, die eine der ersten geweihten katholischen Priesterinnen und Bischöfinnen ist und sich damit in der Nachfolge der Jüngerin Maria Magdalena sieht, der Jesus persönlich laut Bibel den Auftrag erteilte, seine Auferstehung zu verkünden. Exkommuniziert wurde Gisela Forster gleichwohl. An ihrem Beispiel zeigt Karin Jäckel auf, dass Frauen in der katholischen Amtskirche alles tun und vieles sein dürfen, wenn nur „das Weib in der Kirche schweigt“. 


TEXTAUSZUG:

 

War einst ein Karmeliter

der Pater Gabriel,

der wollt der Anna Gstasinger

verpassen 'ne neue Seel.

Die Anna war ein Mädel

so jung und wunderschön

und tat zum ersten Male

ins Kloster beichten gehen.

Und er erzählt dem Annerl

vom Berge Sinai

und greift ihr an die Waderln

hinauf bis an die Knie.

Nicht nur auf Haupt und Glieder

ruht die geweihte Hand,

er senkt sie langsam nieder

bis ins gelobte Land.

 

"Ei", spricht er,

"liebes Annerl, greif in die Kuttenmaus und hol' mir meinen Priesterstab, den Segen Gottes, raus."

Bald schwanden ihr die Sinne

wie leblos sank sie hin,

da hat’s nen kleinen Schnackler tan

die neue Seel war drin.



September 2019

20.09.  Mediathek Oberkirch, 19 Uhr

Foto Dr. Klaus-Ulrich Moeller

Warum

bohren wir

nicht nach

Schnaps?

Satire-Abend mit dem Humor-Europameister Klaus-Ulrich Moeller

Mediathek Oberkirch

Hauptstr. 12

77704 Oberkirch


Veranstaltungshinweis:

"Warum bohren wir nicht nach Schnaps?" fragt hintersinnig und gewohnt scharfzüngig Klaus-Ulrich Moeller am 20. September in der Mediathek Oberkirch. Bei 800 Brennereien in Oberkirch dürfte sich dreiviertel der Bevölkerung angesprochen fühlen, vermutet der Künstler und hofft auf "volles Haus". 

Ob mit Schnaps jedoch das Schöntrinken des Partners noch funktioniert und wie es Oberkirch endlich ins Welkulturerbe der UNESCO schafft, das sind nur einige der spannenden Fragen an diesem Abend, der um 19.00h beginnt. 

Klaus-Ulrich weist vorsorglich darauf hin, dass Einlass nur bis zu einer Promillegrenze von 1,5

gewährt wird und am Ende der Veranstaltung das schnapsselige Unterhaken beim Künstler nicht gestattet ist.

Ei sprach er liebes Annerl

komm doch zu mir herein,

hier in dem dunklen Kammerl

kannst beichten ganz allein.