Am Altenrain 12
Ein Nett-Konzert mit dem Birsnergerd? Das ist keine Welturaufführung, kein Staatsakt, auch kein Generalstreik – einfach nur ein paradontosefreier Abend, an dem die Noten grinsen und manche Worte Salti schlagen dürfen. Und das alles in Dur, mit gelegentlichen Ausflügen in die Schalk-Tonart.
Der Protagonist?
Ein in die Jahre gekommener, museumsreifer Knapp-Dreiviertel-Jahrhunderter, der eher in Dur als in Moll durchs Leben geht und frohen Mutes jene Lieder trällert, die ihm sein Leben schrieb, als es gerade mal wieder gute Laune hatte. Und umgekehrt. Also kein Abend für In-Moll-Denker, Schnutenzieher und diejenigen, die ihre Mundwinkel nach unten hängen lassen.
Wo andere die Stirn runzeln, lässt er die Ton-Art hochleben. Ergebnis: Dur. Viel Dur. Mit Nachschlag.
Und das mit einem Akzent, der nach heimischem Erdreich und schriller Scholle riecht. Da geht die
schlechte Laune baden. In Baden. Und auch sonst wo.
Der Birsnergerd präsentiert Schmonzetten aus seinem Dasein als Ortsrumsteher von Diersheim sowie
Glossen aus dem prallen Wahnsinn des Musiker- und Journalistenalltags. Selten liegen diese nur einen
Viertel Ton neben der nackten Wahrheit. Und dazu gibt es dann auch noch saitenweise Melodien, bei
denen selbst die Pausen noch charmant sind.
Hebby Birs-Day? Das ist kein Konzert. Es ist ein Zustand, eine Zwischenablesung, ein musikalischer
Zwischenruf. Ein Programm, bei dem das Herz im Dreivierteltakt schlägt und der knitze badische
Humor den Taktstock führt. Und das alles, weil das Leben zu schön ist für ein Ritardando in Moll – man
lebt mit dem Tenor: Männer mit Bass, die haben was …
Wer ist eigentlich der Birsnergerd?
Einer, der halt was kann. Bereits 1980 auf dem Kanzlerfest gespielt. Im gleichen Jahr hatte er den Kleinkunstpreis Baden-Württemberg entgegengenommen. Er war 1979 der deutsche Beitrag auf dem WDR-Folkfestival vor dem Kölner Dom und vertrat die BRD beim Festival „Menschen und Meer” in Rostock. Beim SWR war er mehr als 40 Jahre sowohl im Radio als auch im Fernsehen beim „Treffpunkt” als Moderator und Redakteur tätig. Dass er obendrein noch 20 Jahre Ortsvorsteher von Diersheim war, erklärt seine seltene Fähigkeit, Publikum und Gemeinderat gleichermaßen zum Lachen zu bringen. Und damit hat er den Beweis erbracht, dass Humor sogar verwaltungstauglich sein kann.
Am 5. Juli 2026 erhält er den „Loreley-Preis” der Freunde des Sommerlieds in Ohlungen (Elsass) für
sein Lebenswerk. Vermutlich, weil die Loreley nach seinem letzten Auftritt freiwillig auf das Bürsten
ihres blonden Haupthaares auf dem hohen Felsen verzichtet und lieber mitsingt.
Am 2. Oktober 2026 wird ihm zudem der „Pamina Kulturpreis” der „Europalz Germersheim e. V.” in Germersheim verliehen, ebenfalls für sein Lebenswerk .
Hebby Birs-Day?
Wer es gerne mollig mag, ist hier schief gewickelt. Das Konzert mit dem Birsnergerd ist kein Liederabend. Es ist ein musikalischer Zwischenruf. Zwischen Chanson und Kabarett, zwischen Tiefgang und Tonartwechsel. Mit Geschichten, die wahrer sind als die Nachrichten. Und mit Liedern, die bei dem einen oder anderen im Gedächtnis haften bleiben, auch dann noch, wenn der Applaus längst verklungen ist. Und die meisten davon sind ganz stur in Dur.
Freuen Sie sich also auf einen Abend mit Liedern zwischen Poesie und Parodie sowie Anekdötchen
und Glossen aus Zeiten , die längst verflossen und die platziert sind zwischen Mikrofon und Mandat,
dargeboten von einem Künstler, der längst in der Altersmilde angekommen ist und ein Leben Moll für
einen Irrtum hält.
Hebby Birs-Day?
Das ist (Klein-)Kultur mit Augenzwinkern, ein Nett-Konzert mit dem Birsnergerd. Keine Gala. Kein Pathos. Kein Treuschwur. Einfach nur Birsner pur..