Gerd und Gine Birsner, Richard Metz
Alle Fotos: Klaus-Peter Jäckel
Gine und Gerd Birsner, Richard Metz, Josef Wilhelm, Günter Neidinger, Martina Meadows-Hertig, Karin Jäckel und das "Holzwurm-Team".
Alle Fotos: Klaus-Peter Jäckel
Volles Haus, volle Stimmen und jede Menge Erinnerungen
AutorenNetzwerk Ortenau-Elsass® ließ die 50er Jahre im Holzwurm Sasbachwalden lebendig werden
Reiff, ARZ Achern, 2.6.2026
Alle Fotos: Peter Bergmann
Kaum eine andere Ära trägt einen Nimbus wie die "Goldenen 50er Jahre". Zwischen Wiederaufbau nach dem Ende der Kriegsjahre und neuer, überbordender Lebensfreude pulste das Leben. Der ikonische Stil mit figurbetonter. eleganter und glamouröser Mode in Pastellfarben passte zum "Wirtschaftswunder" des aus Trümmern aufstehenden Deutschlands. Eine eigene Jugendkultur entstand mit Rock'n Roll, Petticoat und Tellerrock sowie der Musik der USA. Sie kennzeichnete den "neuen Schwung", der sich nicht nur im wippenden Pferdeschwanz der "Girls" oder in der Elvis-Tolle der "Boys" zeigte. Film und Funk zogen mit. Das Auto wurde zum Statussymbol, der Kühlschrank hielt im Alltag Einzug und die Möbel der 50er feierten die Nierenform.
Für die Kinder der Nachkriegszeit waren die 50er Jahre ein Eldorado kindlicher Freiheit. Mit der neuen Zuversicht der Elterngeneration stieg die Anzahl der Kinder. Die "Pille" gab es noch nicht. Kinder "kamen".
Statt auf eingehegten Spielplätzen tollten sie auf der Straße vor dem Haus. Freunde klingelte man an der Nachbartür heraus. Heimkommen musste man, wenn's dunkel wurde. Und "Dreck macht Speck" galt als Slogan für alle.
Günter Neidinger, Erfolgsautor von über 400 Büchern, lässt diese Zeit in seinen Kindheitserinnerungen wiederaufleben, als man für einen "Groschen", ein Zehnpfennigstück, eine Kugel Eis bekam, der "Stöcklesvogt" in der Kirche noch sein Zepter schwang und auf den Bauernhöfen selbst geschlachtet wurde. Auch Josef Wilhelm vom Mösbacher Lochhof ist mit seinen humorvollen nostalgischen Mundartgeschichte über das Landleben Garant für Spaß und Menschlichkeit. Seine Hommage an die Oma und ihren heißen Reifen auf dem Moped ist ebenso legendär wie die Geschichte vom hart ersparten Motorrad im Schlafzimmer oder dem motorisierten Winterabenteuer im Hochschwarzwald. Gerd Birsners Mundart-Poesie aus seinem schier unerschöpflichen Liederfundus lässt nicht nur den Himmel über dem Rhein erstrahlen, wenn's "hinter dem Münschter fünschter" wird. Auch das Publikum strahlt, wenn er Geheimnisse lüftet wie z. B. die Beatles durch eine echt Birsnersche Idee an ihren berühmten Song "Yesterday" kamen oder den "Babba in de Schlabbe in de Rabbe dabbe" lässt. Durch das Programm führt die Oberkircher Autorin und Verlegerin Dr. Karin Jäckel, die in den 50er Jahren als Flüchtlingskind in der Eifel aufwuchs.
Eintritt 10 Euro. Bei Reservierung Bonuskarte. E-Mail an: [email protected]